Zum Hauptinhalt springen

Ratgeber · Zellulose · Einblasdämmung · Naturdämmstoff

Zellulose Einblasdämmung: Was ist das, wie funktioniert sie und für wen lohnt sie sich?

Zellulose ist einer der beliebtesten und bewährtesten Einblasdämmstoffe überhaupt – ökologisch, leistungsfähig und in vielen Anwendungsbereichen kaum zu übertreffen. Aber was steckt eigentlich hinter dem Begriff? Dieser Ratgeber erklärt alles Wichtige: Herstellung, Eigenschaften, Einsatzbereiche und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

90 %
Papieranteil (Druckerei- & Industriereste)
λ 0,038
W/(m·K) Nennwert (Bemessungswert 0,039)
sehr gut
Sommerlicher Hitzeschutz
20 %
Förderung über BEG möglich

1. Was ist Zellulose-Dämmstoff?

Zellulose-Einblasdämmung ist ein natürlicher Dämmstoff, der zu etwa 90 % aus Papier besteht. Entgegen einer weit verbreiteten Annahme stammt das Material überwiegend nicht aus Altpapiersammlungen, sondern aus Resten der Druckerei- und Papierindustrie – einem hochwertigen Rohstoff der sonst als Abfallprodukt anfallen würde. Das macht Zellulose zu einem der nachhaltigsten Dämmstoffe auf dem Markt.

Das Papiermaterial wird zerkleinert, aufgefasert und mit mineralischen Salzen – in der Regel Borsalzen – behandelt. Diese verleihen dem Dämmstoff seine wichtigen Zusatzeigenschaften: Flammhemmung, Schutz vor Schimmel und Schutz vor Schädlingen wie Mäusen oder Insekten.

Das Ergebnis ist ein lockeres, faseriges Granulat das sich hervorragend maschinell in Hohlräume einblasen lässt – und sich dabei lückenlos an jede Form und jeden Winkel anpasst.

Nicht zu verwechseln: Zellulose-Einblasdämmung und Zellulose-Fußbodenschüttung sind verwandte, aber unterschiedliche Produkte. Die Schüttung wird offen auf Dachböden oder in Fußbodenkonstruktionen eingebracht. Die Einblasdämmung wird maschinell über Schläuche in geschlossene Hohlräume gepumpt.

2. Wie wird Zellulosedämmung hergestellt?

Die Herstellung von Zellulosedämmung ist ein vergleichsweise energiearmes Verfahren – einer der Gründe warum Zellulose eine besonders gute Ökobilanz hat.

  • Altpapier wird gesammelt, sortiert und grob zerkleinert
  • In speziellen Mühlen wird das Papier zu feinen Fasern aufgelöst
  • Mineralische Borsalze werden gleichmäßig eingemischt – für Brandschutz, Schimmel- und Schädlingsschutz
  • Das fertige Produkt wird zu lockerem Granulat verarbeitet und in Säcke abgefüllt
  • Der gesamte Prozess benötigt deutlich weniger Energie als die Herstellung von Mineralwolle oder EPS
Grauer Energieaufwand: Zellulosedämmung hat einen sehr niedrigen primärenergetischen Aufwand für die Herstellung – die eingesparte Heizenergie über die Nutzungsdauer übersteigt den Herstellungsaufwand um ein Vielfaches. Das macht sie zu einem der ökologisch überzeugendsten Dämmstoffe.

3. Technische Eigenschaften im Überblick

EigenschaftWert / BewertungBedeutung in der Praxis
Wärmeleitfähigkeit (λ)ca. 0,038–0,040 W/(m·K)Sehr guter Wärmeschutz im Winter
WärmespeicherkapazitätSehr hochHervorragender Hitzeschutz im Sommer
DiffusionsoffenheitJa – µ-Wert ca. 1–2Feuchteregulierend, atmungsaktiv
BrandverhaltenNormal entflammbar – nicht brennbarMit Zellulose lassen sich Konstruktionen bis Brandschutzklasse F 90 realisieren
SchallschutzGutReduziert Trittschall und Luftschall
Rohdichte eingeblasenca. 25–65 kg/m³ je nach AnwendungSetzungssicher bei korrekter Einblasrohdichte
FeuchtebeständigkeitGut – kann Feuchtigkeit aufnehmen und abgebenPuffert Raumfeuchtigkeit, trocknet wieder aus
ÖkobilanzSehr gutRecyclingmaterial, geringer Herstellungsaufwand

4. Vorteile der Zellulosedämmung

Zellulose vereint Eigenschaften, die kein anderer Dämmstoff in dieser Kombination bietet:

  • Lückenlose Dämmung: Das lockere Fasermaterial passt sich jedem Hohlraum an – keine Fugen, keine Wärmebrücken
  • Hervorragender Hitzeschutz: Die hohe Wärmespeicherkapazität verzögert das Aufheizen der Räume im Sommer deutlich
  • Feuchteregulierend: Zellulose kann Raumfeuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben ohne zu schimmeln – das verbessert das Raumklima
  • Ökologisch: Recyclingmaterial, geringe graue Energie, nachwachsender Rohstoff
  • Schallschutz: Die dichte Faserstruktur schluckt Schall effektiv – besser als viele andere Einblasdämmstoffe
  • Wirtschaftlich: Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis – günstigerer Materialpreis als Holzfaser bei vergleichbaren Eigenschaften
  • Schnelle Verarbeitung: Große Flächen lassen sich mit moderner Einblastechnik sehr schnell dämmen
  • Schädlingsschutz: Die enthaltenen Borsalze schrecken Mäuse, Insekten und Schimmel ab

5. Wo lässt sich Zellulose einsetzen?

Zellulose-Einblasdämmung ist ein ausgesprochen vielseitiger Dämmstoff. Die wichtigsten Einsatzbereiche:

Dachbodendämmung

Offen aufgeblasen auf die oberste Geschossdecke – die günstigste und schnellste Anwendung. Große Flächen in kurzer Zeit, hervorragender Hitzeschutz im Sommer.

Zwischensparrendämmung

Eingeblasen in die Sparrenfelder des Steildachs. Lückenlose Füllung auch in schwierigen Geometrien – kein Verschnitt wie bei Platten.

Wanddämmung / Ständerwände

Eingeblasen in Holzrahmenkonstruktionen und Ständerwände. Diffusionsoffen und feuchteregulierend – ideal für Holzbaukonstruktionen.

Geschossdecke / Holzbalkendecke

Eingeblasen in die Hohlräume alter Holzbalkendecken. Verbessert Wärme- und Schallschutz zwischen den Geschossen gleichzeitig.

Fußbodenschüttung

Als Schüttdämmung offen auf den Dachboden oder in Fußbodenkonstruktionen eingebracht – auch zum Selbstverarbeiten erhältlich.

Sanierung im Bestand

Besonders geeignet für nachträgliche Sanierungen – keine Demontage nötig, Einblasen über kleine Öffnungen möglich.

6. Wie wird Zellulose verarbeitet?

Die Verarbeitung von Zellulose-Einblasdämmung erfolgt mit speziellen Einblasmaschinen. Das Prinzip ist einfach: Der Dämmstoff wird aus dem Sack in die Maschine gegeben, dort aufgelockert und über einen Schlauch in den Hohlraum geblasen.

Dabei sind zwei grundsätzliche Methoden zu unterscheiden:

MethodeAnwendungBesonderheit
Einblasen in geschlossene Hohlräume Sparrenfelder, Ständerwände, Holzbalkendecken Einblasöffnungen werden gebohrt und nach der Ausführung wieder verschlossen
Offen aufblasen Dachbodendecke, zugängliche Flächen Dämmstoff wird direkt auf die Fläche aufgeblasen – schnell und günstig
Wichtig bei der Verarbeitung: Die Einblasrohdichte muss dem Bauteil und dem Hersteller entsprechen. Zu geringe Rohdichte führt zu Setzungen – zu hohe Rohdichte kann die Konstruktion belasten. Fachbetriebe kennen die richtigen Werte und prüfen diese während der Ausführung.

7. Zellulose vs. andere Dämmstoffe

Wie schlägt sich Zellulose im Vergleich zu den gängigsten Alternativen?

EigenschaftZelluloseMineralfaserEPS-GranulatHolzfaser
WärmedämmungSehr gutSehr gutSehr gutGut
Hitzeschutz SommerSehr gutBefriedigendGeringHervorragend
BrandschutzNormal entflammbar, bis F 90 möglichNichtbrennbar (A1)Brennbar (B2)Schwer entflammbar
SchallschutzGutGutBefriedigendGut
DiffusionsoffenheitJaJaNeinJa
ÖkobilanzSehr gutGutBefriedigendSehr gut
MaterialpreisGünstigMittelGünstigHöher
Fazit Vergleich: Zellulose ist die beste Allround-Wahl für die meisten Dach- und Wandanwendungen ohne erhöhte Brandschutzanforderungen. Wer maximalen Hitzeschutz sucht, kann auch Holzfaser in Betracht ziehen. Bei Brandschutzanforderungen ist Mineralfaser die richtige Wahl.

8. Förderung für Zellulosedämmung

Zellulosedämmung ist als anerkannter Dämmstoff im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) grundsätzlich förderbar – sofern die technischen Mindestanforderungen erfüllt werden.

FörderwegFörderhöheBesonderheit
BEG Einzelmaßnahmen (BAFA)Bis zu 20 % ZuschussAntrag vor Beginn der Maßnahme zwingend erforderlich
Steuerbonus § 35c EStG20 % über 3 JahreKein Vorantrag – Geltendmachung über Steuererklärung
Technische Voraussetzung: Für die Förderung muss die gedämmte Konstruktion einen definierten U-Wert erreichen – für Dachflächen und oberste Geschossdecken in der Regel 0,14 W/(m²·K). Als Fachbetrieb berechnen wir die erforderliche Dämmstärke und stellen die Fachunternehmerbescheinigung nach Abschluss aus.

9. Häufige Fragen zur Zellulosedämmung

Ist Zellulosedämmung wirklich aus Zeitungspapier?

Ja – zu etwa 85 %. Das Ausgangsmaterial ist überwiegend Altpapier aus Zeitungen und anderen Papierprodukten. Dieses wird zerkleinert, aufgefasert und mit Borsalzen veredelt. Das Endprodukt hat mit dem ursprünglichen Zeitungspapier optisch kaum noch Ähnlichkeit – es ist ein lockeres, graues Fasermaterial.

Ist Zellulosedämmung feuergefährlich?

Nein. Zellulosedämmung ist normal entflammbar – aber nicht brennbar. Durch die Behandlung mit Borsalzen erlischt sie, wenn die Flamme entfernt wird. Ein entscheidender Vorteil: Mit Zellulosedämmung lassen sich Dach-, Wand- und Deckenaufbauten bis zur Brandschutzklasse F 90 problemlos realisieren – damit erfüllt sie auch hohe Brandschutzanforderungen.

Kann Zellulosedämmung schimmeln?

Bei fachgerechter Ausführung und intakter Konstruktion nein. Die enthaltenen Borsalze wirken schimmelresistent. Zellulose kann zudem Raumfeuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben – das reguliert das Raumklima und verhindert Feuchtekonzentrationen. Voraussetzung ist eine fachgerecht ausgeführte Luftdichtheitsebene.

Setzt sich Zellulosedämmung mit der Zeit?

Bei korrekter Einblasrohdichte nein. Zellulose muss mit der richtigen Rohdichte eingeblasen werden – zu wenig Material führt zu Setzungen, zu viel belastet die Konstruktion. Erfahrene Fachbetriebe prüfen und dokumentieren die Einblasrohdichte während der Ausführung.

Wie lange hält Zellulosedämmung?

Zellulosedämmung ist ein dauerhafter Dämmstoff mit einer Nutzungsdauer von mehreren Jahrzehnten – bei fachgerechter Ausführung und intakter Konstruktion kann sie die gesamte Lebensdauer des Gebäudes überdauern. Alterungsbeständige Dämmstoffe wie Zellulose verändern ihre Dämmeigenschaften über die Zeit kaum.

Kann ich Zellulosedämmung selbst verarbeiten?

Die Fußbodenschüttung auf zugänglichen Dachböden lässt sich prinzipiell selbst verarbeiten – sie wird einfach offen aufgebracht und gleichmäßig verteilt. Für das maschinelle Einblasen in geschlossene Hohlräume ist jedoch spezielles Equipment und Erfahrung erforderlich. Wer die Förderung nutzen möchte, muss außerdem einen zugelassenen Fachbetrieb beauftragen.

Was kostet Zellulosedämmung pro m²?

Der Materialpreis von Zellulose ist im Vergleich zu anderen Naturdämmstoffen sehr günstig. Die Gesamtkosten je Quadratmeter hängen vom Bauteil, der erforderlichen Dämmstärke und dem Ausführungsaufwand ab. Für ein konkretes Angebot besichtigen wir Ihr Gebäude kostenlos vor Ort.

Fazit: Zellulose – der vielseitigste Einblasdämmstoff

Zellulose-Einblasdämmung überzeugt durch eine einzigartige Kombination aus Wärmedämmung, Hitzeschutz, Feuchteregulierung, Schallschutz und Ökologie. Als Recyclingprodukt hat sie eine hervorragende Ökobilanz – und als bewährter Einblasdämmstoff passt sie sich lückenlos an jeden Hohlraum an.

Ob Dachbodendämmung, Zwischensparrendämmung oder Wanddämmung im Holzrahmenbau – Zellulose ist in vielen Anwendungen die erste Wahl. Da mit Zellulose Konstruktionen bis Brandschutzklasse F 90 realisierbar sind, eignet sie sich auch für anspruchsvolle Brandschutzanforderungen. Für maximalen sommerlichen Hitzeschutz ist Holzfaser eine starke Alternative.

Zellulosedämmung direkt bestellen: Unifloc Zellulosedämmung und Fußbodenschüttung finden Sie in unserem Einblasdämmstoff-Shop – versandkostenfrei ab 100 € innerhalb Deutschlands.

Zellulosedämmung vom Fachbetrieb

Sie möchten Ihr Dach, Ihre Wand oder Ihren Dachboden mit Zellulose dämmen? Wir beraten Sie kostenlos und erstellen ein individuelles Angebot für Ihr Gebäude.

Jetzt Angebot anfragen
Dämmung von Bauprojekt in Heidelberg / Dreihaus
Einblasdämmung vom Dach
Ecoblow zur Einblasdämmung
Kostengünstige und prpfessionelle Einblasdämmung
Vorort Service
Dämmung: Man Power

Auszug Referenzen

Objekt: 85774 Unterföhring

  • 10 gruppige Kindertagesstätte
  • 1900 m² Dach und Wanddämmung mit 700 Kubikmeter

Objekt: 90409 Nürnberg

  • Gemeindezentrum Herz Jesu
  • 500 m² Dachdämmung 240 mm

Objekt: 91344 Waischenfeld

  • Rettungswache+Feuerwehr
  • 200 m² Dachdämmung 600 mm

Objekt: 63579 Freigericht Somborn

  • Kopernikus Gesamtschule
  • 2600 m² Dach und Wanddämmung

Objekt: 89547 Gerstetten

  • Seniorenheim
  • 1500 m² Dachdämmung mit 180 mm

Objekt: 64720 Michelstadt

  • Berufsschulzentrum Odenwald
  • 1200 m² Dachdämmung 120 mm

Objekt: 34260 Kaufungen

  • Sporthalle
  • 1600 m² Wanddämmung 240 mm

Objekt: 74889 Sinsheim

  • Lebenshilfe Kindergarten
  • 1000 m² Dach und Wanddämmung

Objekt: 60435 Frankfurt/Main

  • Mehrfamilienwohnhaus
  • 1900 m² Deckendämmung 240 mm

Objekt: 66633 Völklingen/Saar

  • Kindertagesstätte Passivbauweise
  • 900 m² Dachdämmung 400 mm, 500 m² Wanddämmung 300 mm

Objekt: 66482 Zweibrücken

  • Kindertagesstätte
  • 700 m² Dachdämmung 450 mm, 500 m² Wanddämmung 220 mm

Objekt: 97215 Uffenheim

  • Kindertagesstätte
  • 700m² Deckendämmung 400 mm

Objekt: 35390 Gießen

  • ev. Gemeindezentrum
  • 200 Kubikmeter Dach und Wanddämmung

Objekt: 95176 Konradsreuth

  • Altenpflegeheim
  • 600 Kubikmeter Dach und Wanddämmung

Objekt: 64646 Heppenheim

  • Kindertagesstätte INKI
  • 150 Kubikmeter Dach und Wanddämmung

Objekt: 53127 Bonn

  • Uniklinik
  • 700 m² Dachdämmung 240 mm

Darüberhinaus haben wir über 5000 Objekte in Deutschland, Luxemburg, Frankreich, der Schweiz, Großbritannien und Österreich erfolgreich ausgeführt!